„Freiwilliger Wehrdienst“ wird immer unfreiwilliger

Die Jugend bleibt UNZWINGBAR

Pressemitteilung vom 22. September 2026

Das vor­be­rei­tende Bündnis der Unzwingbar-Demo (2.10.) kri­ti­siert ver­pflich­tende Musterungen und fordert junge Menschen auf, dagegen auf die Straße zu gehen und zu wider­spre­chen.

Berlin, 22. September 2026 — Das „unzwingbar“-Bündnis kri­ti­siert die zuneh­men­den Zwangselemente beim soge­nann­ten „Neuen Wehrdienst“. Wie aktuell berich­tet wird, lädt die Bundeswehr junge Männer bereits jetzt ver­pflich­tend zur Musterung vor – unab­hän­gig davon, ob sie über­haupt Interesse an einem Dienst bei der Bundeswehr haben.

„Von einem frei­wil­li­gen Wehrdienst kann immer weniger die Rede sein“, erklärt Yannick Kiesel von „unzwing­bar“. „Erst werden junge Männer ver­pflich­tet, der Bundeswehr Auskunft über sich zu geben, nun folgen ver­pflich­tende Musterungen selbst für die­je­ni­gen, die kein Interesse an der Bundeswehr haben. Damit wird schritt­weise eine Infrastruktur geschaf­fen, mit der eine Einberufung zur Bundeswehr künftig erheb­lich leich­ter umge­setzt werden kann.“ Das seit Anfang 2026 gel­tende Wehrdienst-Modernisierungsgesetz sieht die ver­pflich­tende Musterung ab Juli 2027 vor, die aller­dings in Einzelfällen nun bereits prak­ti­ziert wird.

„Die Rückkehr zu ver­pflich­ten­den mili­tä­ri­schen Strukturen hat längst begon­nen. Die Musterung ist keine harm­lose medi­zi­ni­sche Untersuchung“, so Kiesel. „Sie dient dazu fest­zu­stel­len, welche jungen Menschen die Bundeswehr im Falle einer Einberufung mili­tä­risch ein­set­zen könnte. Wer keinen Kriegsdienst leisten will, sollte deshalb früh­zei­tig wissen, welche Rechte er oder sie hat. Wir rufen junge Menschen dazu auf, der Vorladung zur Musterung zu wider­spre­chen. In meh­re­ren bekann­ten Fällen wurde anschlie­ßend von der Vorladung abge­se­hen.“

„Statt eine Generation wieder für mili­tä­ri­sche Dienste zu erfas­sen und zu mustern, sollte die Politik jungen Menschen mehr Möglichkeiten eröff­nen, selbst über ihr Leben zu ent­schei­den“, fordert Kiesel. „Sicherheitspolitik darf nicht auf immer mehr Aufrüstung und immer mehr ver­füg­bare Soldatinnen und Soldaten redu­ziert werden. Notwendig sind Investitionen in zivile Konfliktbearbeitung, Diplomatie und gesell­schaft­li­che Sicherheit.“

Demonstration am 2. Oktober

Am 2. Oktober ruft das Unzwingbar-Bündnis junge Menschen dazu auf, gemein­sam gegen Zwangsmusterung und ver­pflich­tende Wehrdienste auf die Straße zu gehen. Eine große Kundgebung in Berlin bietet jungen Menschen die Möglichkeit, öffent­lich gegen die Zwangsmusterung zu pro­tes­tie­ren und deut­lich zu machen: Über unsere Zukunft und unser Leben wollen wir selbst ent­schei­den.

Neben poli­ti­schen Beiträgen von Martin Sonneborn und Jürgen Grässlin werden bei der Kundgebung auch zahl­rei­che Künstler*innen wie K.I.Z, Disarstar, Apsilon und Dritte Wahl auf­tre­ten.

Bereits an diesem Freitag (25.9) finden die bun­des­wei­ten Schulstreiks statt.
Veranstalter*innen der Kundgebung sind die Friedensorganisationen DFG-VK, IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative und Ohne Rüstung Leben sowie Attac Deutschland, Medico International, die Naturfreunde Deutschlands, die DIDF-Jugend, der Internationale Jugendverband (IJV) und Aktive der Schulstreiks gegen Wehrpflicht. Unterstützt wird das Event von zahl­rei­chen wei­te­ren Verbänden, dar­un­ter Greenpeace, Connection e.V., Sea-Watch, der Naturschutzjugend und Pax Christi.

Weitere Informationen zur Kundgebung und zum Programm gibt es unter unzwingbar.de.